Was bedeutet Regenerative Landwirtschaft mit EM

Was bedeutet Regenerative Landwirtschaft mit EM

Zu den Methoden der regenerativen Landwirtschaft kommt die EM-Technologie ergänzend und fördernd dazu. Die Erfahrungen aus den letzten Jahren haben deutlich gezeigt, dass sich die Anwendungen beider Methoden gegenseitig in der Wirkung verstärken und optimieren. Eine runde Sache.

Zusammengefasst sind es im wesentlichen folgende Praxisschritte, die sich in der Breite bewährt haben:

  • die Nährstoffe im Boden ins Gleichgewicht bringen und den Boden belebend düngen
  • auch die Hofdünger (Gülle, Mist, Kompost) beleben
  • den Unterboden lockern und mit Wurzeln stabilisieren
  • die Böden dauerhaft und vielfältig begrünen für die Vielfalt und Ernährung des Bodenlebens
  • den lebenden Bewuchs in Flächenrotte bringen, diese Rotte fermentativ lenken, die Hofdünger beleben
  • die Kulturen durch stressvermeidende vitalisierende Behandlungen zur maximalen Photosyntheseleistung bringen

(©Text: Dietmar Näser und Friedrich Wenz / www.gruenebruecke.de, www.humusfarming.de)

Den Wurzelbereich etwas genauer angeschaut

Die Nährstoffe und Wurzeln sind im oberen Bereich des Bodens. Dort an den Wurzeln ist die Rhizosphäre, die ca. 1 mm um die Wurzeln herum zu finden ist - interessanterweise ist in dem Bereich zwar Luft, aber kein Sauerstoff vorhanden. Der Sauerstoff wird durch Mikroben zusammen mit den Wurzelauscheidungen veratmet. Konkret findet mit den Mikroben eine milchsaure Verstoffwechselung statt. Dieser Prozess ist der Beginn von Humusbildung.

Milchsaure Fermentation ist zum einen belebend, weil diese Verstoffwechselung immer auch bedeutet, dass Nährstoffe gebildet und verfügbar gemacht werden. Das bringt EM mit sich. Weiter fördert und verstärkt EM das Boden-Mikrobiom, in dem es die Vielfalt der Mikroben deutlich erhöht. EM sind gute Mikroben, die aufbauende Prozesse in Gang setzen.

Ein gesunder Boden wird von der Diversität und dem Gleichgewicht der Mikroorganismen-Gemeinschaft (Mikrobiom), das natürlicherweise darin vorkommt, aufrechterhalten. Wenn das Gleichgewicht der Mikroorganismen im Boden gestört wird, verarmt der Boden und die Pflanzen wachsen schlecht. Je grösser die Vielfalt der Mikroorganismen, umso stabiler ist das Bodenmilieu.

Mit EM werden lebende Mikroorganismen in den Boden gebracht, die schadhafte Keime verdrängen und allen bereits vorhandenen, aufbauenden Mikroorganismen einen Entwicklungsvorteil verschaffen. Zusammen mit den EM entsteht bei konsequenter Anwendung ein Umfeld, das auch die Lebensbedingungen aller anderen Bodenlebewesen optimiert. Ist ausreichend organische Substanz vorhanden, sorgen Mikroorganismen und Bodentiere für eine schnelle Rotte organischer Substanz und den stetigen Aufbau von Humus. Für einen vitalen Boden mit überdurchschnittlichem Humusaufbau benötigen die Effektiven Mikroorganismen mindestens einmal jährlich eine organische Düngergabe.

Auch Hofdünger können erfolgreich belebt werden (siehe Ratgeber-Beitrag Güllebehandlung).

Wie startet man nun am Besten auf dem Betrieb?

  • Bodenanalyse mittels Bodenprobe (Kinsey, Albrecht): Erkennen der Nährstoffverhältnisse und eventuelle Blockaden im Boden (Chemie).
  • Bodenanalyse mittels Spaten und Sonde: Verdichtungshorizonte und Krümelbildung sehen, fühlen und riechen (Physik).
  • Einsatz von elementarem Schwefel: Unterstützen der Bodenbiologie.
  • Untersaaten / Gründüngungen: Durchwurzelung, füttern der Bodenbiologie und Herbizideinsatz verringern.
  • Organisches Material mit Rottelenker oberflächlich einarbeiten: Fäulnis und Verluste verhindern.
  • Hofdünger veredeln (Boden·Fit, Pflanzenkohle): Bodenbiologie füttern statt sie mit unverrottetem Material zu schädigen.
  • Silage aufwerten (Silo·FIT am Anfang des Kreislaufs): Gutes Futter entspricht hochwertigerem Dünger.
  • Pflanzenernährung verbessern (keine Nitratdünger mehr): Nitrat als niedrigste N-form vermeiden. Ammonium-Aminosäuren-Huminstoffe bevorzugen.
  • Pflanzengesundheit unterstützen (Kompostteegaben): Vitalität der Pflanze erhöhen und ihre natürliche Abwehr gegen Krankheiten und Schädlinge stärken.



Mit kleinen Schritten anfangen, beobachten und lernen. Nicht die einzelnen Faktoren führen zum Erfolg, sondern wie sie alle zusammenwirken.

Rufen Sie unsere Berater an, wir begleiten Sie gerne auf dem Weg und stehen zur Seite.

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